Snakk i Norge – Lassen sich die Probleme der Kreuzfahrtschiffe in Norwegen lösen?

Die Reisebranche setzte neue Rekorde in der Kreuzschifffahrt entlang der norwegischen Küste. Die Regierung in Oslo wünscht eine Verdopplung der Gäste von Kreuzfahrtschiffen. Gleichzeitig steigt der Widerstand überall im Land. Der Konzernchef Daniel Skjeldam der Hurtigruten schlägt Alarm. Er fordert die norwegische Regierung auf, rasch zu handeln, damit die Probleme der Kreuzschifffahrt in den kommenden Jahren nicht noch größer werden. Wenn wir jetzt nicht handeln, sitzen die späteren Generationen auf den Schäden.

Er hat acht konkrete Vorschläge:

Foto: Odd Roar Lange/The Travel Inspector

Verbot von Schwerölen auf den Fahrwassern von Norwegen

Das geltende Verbot des Befahrens von Schiffen mit Schweröl für Sør for Stad, ist im ganzen Fahrwasser Norwegens vom Süden bis in den Norden inklusive Svalbard auszuweiten. Ein Schwerölverbot führt zu einer bedeutenden Reduktion der Emissionen. Es begrenzt das Risiko von Ölverschmutzungen des Meeres und der Strände bei einem Unglück.

Eine Begrenzung der Anzahl von Passagieren pro Ort und Tag

Auf den Kreuzschiffen sind immer mehr Passagiere und die Größe ist gigantisch. Das belastet die Umwelt und an den Anlegeorten die lokale Bevölkerung. Eine Koordination der Besucher sorgt dafür, wie viele Touristen täglich die einzelnen Orte besuchen. Die Besuchszahl gerät dadurch nicht außer Kontrolle. Die Erlebnisse in den Orten wirken sich wieder positiv aus.

Eine Begrenzung der Größen der Kreuzfahrtschiffe

Der Schiffsverkehr in der Arktis wächst. Gleichzeitig verkehren immer größere Kreuzschiffe in Wetter anfälligen Seegebieten außerhalb der norwegischen Küste und Svalbard. Die Rettung bei einem Unglück auf harter See mit 3000 bis 5000 Passagieren plus Mannschaft ist unmöglich. Deshalb reduziert eine Begrenzung der Größen der Kreuzfahrtschiffe das Risiko deutlich.

Kreuzfahrtschiffe, die Norwegen anlaufen, verpflichten sich, einen Teil Waren zu kaufen und Dienste in Anspruch zu nehmen.

Strenge Regeln für die Umgebung in der Natur

Das Anlegen von Megaschiffen mit 3000 bis 5000 Gästen zerstört auf lange Sicht die Eigenarten der Kultur und die Natur. Die norwegische Regierung muss die Wirtschaft und die lokalen Politiker auffordern, gemeinsam eigene Richtlinien für die betroffenen Gebiete auszuarbeiten. Nach dem Modell von Svalbard und der Antarktis ist für eine notwendige Regulierung zu sorgen.

Umwelteinschränkungen sichern

Alle Kreuzschiffe, die die Fjorde mit dem Titel Weltkulturerbe anfahren, erhalten besondere Umwelteinschränkungen. Das ist eine Forderung des Seefahrtdirektorats. Für sämtliche Schiffe über 10.000 Bruttoregistertonnen im norwegischen Fahrwasser inklusive Svalbard ist das zu übernehmen. Die Umwelteinschränkungen bewirken, dass die Reedereien und Schiffe in einem sicheren, umweltfreundlich Maße operieren.

Ausarbeitung einer nationalen Landstromstrategie

Lokale Landstromanlagen haben einen guten Effekt. Schiffe, die am Kai liegen, laufen nicht mit Dieselaggregaten. Die meisten Kreuzfahrtschiffe verbrauchen so viel Energie, wie eine norwegische Kleinstadt. Sie suchen oft kleine Orte auf und dort hat das Kraftnetz eine begrenzte Kapazität.

Ganzjahrestourismus

Der steigende Zustrom von großen Gruppen ausländischer Gäste beeinträchtigt die Umwelt und es kommt zu gravierenden Verunreinigungen. Das führt zum Übertourismus bei den beliebtesten Reisezielen in Norwegen. Die Entwicklung verstärkt sich durch die ständig größeren Kreuzschiffe, die immer öfter an den gleichen Orten in kurzen Abständen jeden Sommer anlegen. Ist es nicht besser auf weniger Touristen zu setzen und mehr Fokus auf zahlungswillige Gäste zu legen? Mehr Qualität als Quantität. Für mehr Qualität soll es möglich sein, das ganze Jahr Norwegen zu besuchen.

Hoffentlich setzt die norwegische Regierung diese Vorschläge verträglich um. Die Beschädigung der schönen Natur schreitet bereits mit großen Schritten voran.

Quelle: Dagbladet

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