Veröffentlicht in Nordland, Norwegische Landschaftsrouten

Norwegische Landschaftsrouten – Andøya 4/18, 58 km

Andøya ist die nördlichste Insel der Vesterålen in der norwegischen Fylke Nordland. Zugleich ist die Insel die zehntgrößte des Landes. Obgleich Andøya nördlicher als Murmansk liegt, ist das Klima durch den Golfstrom vergleichsweise mild und hat weniger Frosttage als Oslo. Die Mitternachtssonne scheint vom 19. Mai bis 25. Juli. Die höchste Erhebung der Kommune ist der Skrivartind auf Hinnøy mit 890 moh. Überreste einer Besiedlung aus der Zeit von 1400 v. Chr. sind vorhanden. Ausgrabungen aus der frühen Eisenzeit und dem Mittelalter brachten zwei Höfe zu Tage. Neben der Fischerei und dem Tourismus (Whalewatching), ist der Torfabbau ein wichtiger Wirtschaftszweig. Torf war einst der einzige Brennstoff auf den kargen Eilanden des Nordens. Der Raketenstartplatz Andøya Rakettskytefelt ist seit 1962 in Betrieb. Die Kante des Kontinentalsockels liegt direkt vor der Küste, vom Strand zur Tiefsee ist es nicht weit. Die Oksebåsen-Raketenbasis startet hier Raketen im Auftrag der Raumforschung und aus kommerziellen Gründen. Das Publikumszentrum „Raumschiff Aurora“ stellt sowohl das Nordlicht als auch Raketen dar. Geologisch bekannt ist Andøya für die Steinkohlevorkommen im Fjell Ramsåfeltet, den einzigen in Skandinavien mit Ausnahme der in Svalbard. Diese Vorkommen stammen aus der Zeit vor 250 bis 90 Millionen Jahren. Das Gebirge ist reich an Fossilienfunden. Als besonderes Beispiel gilt der Fund eines 3 Meter langen Ichthyosauriers aus dem Jura. Andøya war in der skandinavischen Steinzeit bevölkert, was Funde von 11.000 Jahre alter Holzkohle bezeugen. Die allgegenwärtigen Felszeichnungen an der Küste lassen auf vielfältige menschliche Aktivitäten in der jüngeren Bronzezeit schließen.

 

Die Straße Fylkesveg 974 südlich von Børvågen, Norwegische Touristenroute Andøya, mit Aussicht zu den Gletschern der Vesterålen. ©Foto: Per Ritzler / Statens vegvesen

Die Norwegische Landschaftsroute Andøya verläuft an der Küstenseite zwischen Bjørnskinn und Andenes und hat eine Länge von 58 km (Straße 974/976/82). Im Sommerhalbjahr dient die Fährverbindung zwischen Andenes und Gryllefjord als direkte Verbindung zwischen den Norwegischen Landschaftsrouten Andøya und Senja. Sie bilden gemeinsam die am Meer entlangführende Alternative zur E6 und der Schiffslinie Hurtigruten.

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Wild schlägt der Atlantik an die nackte Westküste der Insel Andøya. Hier finden Besucher dunkle, drohende Bergformationen, weiße Strände, Norwegens größte Moorlandschaft und besondere Küstenorte. Charakteristisch für die norwegische Küste sind die Schären, welche die Küste vom offenen Meer schützen. An der Außenseite von Andøya fehlen sie und das Meer schlägt wild gegen die Küste. Diese Seite ist nackt und vom Wetter gegerbt, mit einer abwechslungsreichen Landschaft und einer speziellen Küstengemeinschaft. Riesige Pottwale gibt es in der Bleiksdjupet, einer Tiefseespalte, die bis an Andøya heran reicht. Auch große Tintenfische und schwarze Heilbutte leben hier. Alle 20 Minuten muss der Wal an die Wasseroberfläche, um zu atmen, dann taucht er wieder in die Tiefe. Im Sommer bieten Veranstalter täglich Touren an. In der Wintersaison werden Ausflüge zu den Schwertwalen und anderen Walarten, die im Fjord Heringe jagen, angeboten. Andøyas kleinerer Teil ist ein flaches Moor. Von der Westseite aus kann der Besucher quer über das Moorgebiet und den Andfjord bis Senja schauen. Im Spätsommer wimmelt es von orangefarbenen Moltebeeren in den Mooren.

Attraktionen entlang Andøya

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Bjørnskinn

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Bjørnskinn gegründet am 1. Januar 1924. Am 1. Januar 1964 fusionierten die drei Gemeinden Andenes (Norden), Dverberg (Mitte) und Bjørnskinn (Süden) zur neuen Gemeinde Andøy .

 

©Foto: Jarle Wæhler / Statens vegvesen

Bukkekjerka

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In Børra führt die Landschaftsroute über einen Felsvorsprung direkt am offenen Meer. Auf der Landzunge Børhella befindet sich die Bergformation Bukkekjerka, mit einem von Natur geschaffenen Altar und Kanzel, ein alter samischer Opferplatz. Der Name Bukkekjerka leitet sich von den samischen Wörtern „bokhi“ und „giergie“ ab und bedeutet Kluft oder Stein. Hier zwischen Bergen und Meer hielten Menschen gerne Kontakt zum Jenseits. Heute finden hier im Sommer Gottesdienste statt. Im Dorf Nøss liegt die kleine Galerie „Atelier Nøss“, in der vier Künstler Kunst, Kunsthandwerk und Design ausstellen.

 http://www.atelier-noss.com/no/

Wenn die Herbststürme übers Meer ziehen, ist Nøss ein beliebter Treffpunkt für Surfer.

 

Bukkekjerka auf der Norwegischen Touristenroute Andøya zwischen Nordmela und Nøss an der Westküste von Andøya. ©Foto: Jarle Wæhler / Statens vegvesen

Kleivodden

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Nördlich von Bleik, am Fuße steiler Berge, befindet sich der Rastplatz Kleivodden. Umgeben von Klippen kann der Besucher an Land Platz nehmen und den Blick auf das offene Meer, den Ort Bleik und den Vogelfelsen Bleiksøya genießen.

 

Rastplatz und Aussichtspunkt Kleivodden, Architekt: Inge Dahlman, Landskapsfabrikken. ©Foto: Roger Ellingsen / Statens vegvesen

 

Rastplatz und Aussichtspunkt „Kleivodden“ , Norwegische Landschaftsroute – Andøya. Architekt: Inge Dahlman, Landskapsfabrikken. ©Foto: Roger Ellingsen / Statens vegvesen

Bleik

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Norwegische Dörfer bestehen meist aus Streusiedlungen. Das Fischerdorf Bleik mit seinen 450 Einwohnern ist kompakt und direkt dem Meer ausgesetzt. Es gibt eine robuste Mole, auf ihr kann der Besucher entlang wandern. Die Häuser stehen auf einer Warft. Hier befinden sich Siedlungsreste, die sich bis zum Jahr 600 zurückverfolgen lassen. Der Name des Ortes stammt von dem wunderschönen weißen Bleiksstrand. „Bleikr“ ist ein altnordisches Wort und bedeutet blass oder hell. Der 2,5 km lange weiße Strand von Bleik ist paradiesisch und die Wassertemperaturen sind „angenehm kühl“. Ganz in der Nähe befindet sich der Vogelfelsen Bleiksøya. Der charakteristische Kegel Bleiksøya ragt vor Bleik 160 Meter aus dem Meer heraus. Er ist einer der größten Vogelfelsen an der Küste. Mit ca. 75 000 nistenden Papageientaucherpaaren, Tordalken und Trottellummen ist sie eine der wichtigsten Vogelbrutinseln in Nordnorwegen. Hier ist eine große Seeadlerkolonie. In den Sommermonaten bieten Veranstalter „Bird Safaris“ an. Der Weg von Bleik nach Stave geht nicht direkt am Wasser entlang. Ein markierter Pfad zwischen rauen Gipfeln und schäumender Gischt sorgt für ein maritimes Gefühl.

 

Der Fischerort Bleik in der Mittsommernacht , Norwegische Landschaftsrouten Andøya. ©Foto: Roger Ellingsen / Statens vegvesen
Sandstrand in Bleik , Vogelinsel Bleiksøya. ©Foto: Steinar Skaar / Statens vegvesen

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Andenes

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Das Fischerdorf Andenes mit seinen ungefähr 2500 Einwohnern ist eines der größten an der Küste. Mit direktem Zugang zum fischreichen Atlantik war es im Mittelalter einer der wichtigsten Handelsplätze für Fisch. Besonders auffallend ist der Leuchtturm des Ortes. Der rot gestrichene, gusseiserne Turm ist 40 Meter hoch und bietet einen Blick auf die Wale. Die Aussicht auf die schroffen Gipfel südlich des Ortes und über den Andfjord zur steilen Küste von Senja ist beeindruckend. Die bekannteste Touristenattraktion von Andenes ist das Whale watching bei Boots- oder Schnorcheltouren. Angebote gibt es täglich in den Sommer- und Wintermonaten. Ausgangspunkte hierfür ist das in der Nähe des Leuchtturms gelegenen Norwegische Walzentrum (Hvalsenter) mit Ausstellungs- und Vortragsangeboten zum Thema Wale. Im Winter, wenn die Heringe in den Andfjord ziehen, sind neben den ganzjährig hier lebenden Pottwalen, grosse Gruppen Schwertwale (Orcas), Buckelwale und Finnwale zu beobachten. Das benachbarte Nordlichtzentrum zeigt „Aurora Borealis“ im Spiegel von Physik. Mythologie und Kunst. Das angrenzende Naturzentrum Hisnakul informiert über Geologie, Flora und Fauna (insbesondere Seevögel, Fischerei und Kulturgeschichte der Region).
Bei dem eigens eingerichteten, kleinen Torfstechermuseum lohnt sich ein Besuch. Am Weg entlang stehen die Häuschen wie leuchtende, farbenfrohe Vierecke in einer Reihe zwischen offenem Meer und weiter Moorlandschaft.

 

Mittsommernacht und Windstille in Andenes, ©Foto: Steinar Skaar / Statens vegvesen

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Fargeklatten Veita

 

Copyright Panoramio

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Veita ist ein Ortsteil von Andenes und liegt südlich des Fähranlegers. Dort hat Grete Kvalvik 6 Gebäude aus dem 19. Jh. renovieren lassen. Das „Tella-huset“ beherbergt die Rezeption, die Kunstgalerie, den kleinen Laden mit Kunsthandwerk sowie die Werkstatt und das Atelier. Das „Alma-huset“ wird als Ferienhaus im Ganzen vermietet bzw. auch die einzelnen Zimmer. Die „Andreassen-bua“ beherbergt heute des Omd torvmuseum. Im „Hilda Sørensen-huset“ ist die ganzjährige Weihnachts-Boutique untergebracht. Die „Heggelund-bua“ ist als Wohnmuseum eingerichtet, dessen Möbel die Zeit zu Beginn des 20. Jh. repräsentieren. Die kleine „Ingolf Nicolaisen-bua“ mit Außenklo dient als Gerätehaus. Außer dem Ferienhaus wird noch das Appartement „Kristina“ im Eckhaus Sjøgata / Prinsensgate vermietet. (Diese Beschreibung ist älter. Die Website ist nicht zugänglich. Die Facebook-Seite zeigt Artikel, die im Laden verkauft werden).

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https://m.facebook.com/Fargeklatten-Veita-108830019154326/

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Andenes ist wegen seiner Lage nördlich des Polarkreises ein guter Ort um Polarlichter zu sehen.

Quelle: Nasjonale Touristveger, Wikipedia.

Beitragsbild: Nasjonal turistveg Andøya, eingeklemmt zwischen dem Meer und steilen Gebirgswänden nördlich von Nøss an der Westküste von Andøya.  ©Foto: Jarle Wæhler / Statens vegvesen

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