Veröffentlicht in Ge(er)lesenes aus Norwegen, Sogn og Fjordane

Nigardsbreen – Fund einer historischen Markierung von 1899

 

Nigardsbreen Bild Frithjof Funder, 1966

Atle Nesje, Professor an der Universität Bergen und Forscher im Bjerknessenteret, befasst sich privat und professionell mit Gletscher. Im Museum von Bergen fand er die Aufzeichnungen von John Reistad. Der begann 1899 die Bewegung des Gletschers zu messen. Der Ausgangspunkt war im Jahrbuch von 1901 im Bergener Museum beschrieben. Das machte den Professor neugierig. Mit einer relativ guten Karte aus dieser Zeit begab er sich zu der möglichen Markierung. Zuerst rekonstruierte er die Gletscherfront von 1899. Er versuchte ein Kreuz und die Jahreszahl „1899“, eingemeißelt in einem Steinblock , zu finden. Der Abstand zu dem Steinblock war damals 113 Meter in Richtung 10 Grad zur Gletscherfront. Fünf bis sechs große Steinblöcke befanden sich an der beschriebenen Stelle. Der dritte Block war der Richtige. Dort fand er, was er suchte. Das Kreuz erblickte der Professor zuerst in Kopfhöhe. Dabei bekam er Gänsehaut. Beim näheren Hinschauen war da die Jahreszahl. Rekstad benötigte damals einige Zeit, die Zeichen einzumeißeln.
Für den Gletscherforscher Altle Nesje ist es von historischer Bedeutung den Originalpunkt vom Start der Messungen gefunden zu haben. Jetzt ist es möglich, die jährlichen Registrierungen der Position des Nigardsbreen zu bestimmen. Heutzutage ist das NVE (Norwegisches Fluß- und Energieministerium) verantwortlich diese Messungen vorzunehmen. 1899 war vom markierten Steinblock die Gletscherfront 113 Meter. Heute sind es drei Kilometer.
Dem Briksdalsbreen gegenüber liegt im Jostedalen die zweitbekannteste Gletscherzunge des Jostedalsbreen, der Nigardsbreen. Mit rund 18 km2 Gesamtfläche ist er einer der größten Ausläufer dieses riesigen Plateaugletschers. …

 

Weitere historische Infos von 1700 hier:
http://www.reuber-norwegen.de/FramesNigardsbreen.html

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Quelle: NRK
Foto: Frithjof Funder, 1966
Flickr Choral Seagate, Magic F,

Ein Kommentar zu „Nigardsbreen – Fund einer historischen Markierung von 1899

  1. Liebe Eva,
    ich kann mir gut vorstellen, dass der Professor bei seinem Fund Gänsehaut bekam. Wenn man so alte Eingravierungen findet, ist das schon ein außergewöhnliches Ereignis. Noch dazu, dass diese Inschrift auch heute noch von Bedeutung ist.
    Von Dir kann man so viel über Norwegen erfahren, dass ich an dieser Stelle einmal Danke sagen möchte. Norwegen ist für mich ein noch relativ unbekanntes Land, da ich es noch nie besucht habe, aber Du bringst es mir und den vielen anderen Lesern Stück für Stück näher.
    LG
    Astrid

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