Veröffentlicht in Ge(er)lesenes aus Norwegen, Oppland

Ge (er)lesenes aus Norwegen

Eine brütende Ente im norwegischen Fernsehen – Minute für Minute

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Endlose Übertragungen von Bahn- und Schiffsfahrten oder der Trieb der Rentiere auf die Sommerweiden in der Finnmark haben in Norwegens Fernsehen Superquoten. Manche Sendung dauert mehr als fünf Tage – und hat eine Million Zuschauer. Diesmal war das Brüten einer Ente tagelang zu sehen. 
Seit 30 Jahren stellt der Vogelexperte, Helge Grønlien, Nistkästen für Gänsesäger her. Die stellt er im Lågendelta bei Lillehammer auf. 40 Nistkästen waren es dieses Jahr. Einige davon bleiben leer. Ob die Ente gerade den Nistkasten mit der installierten Videokamera auswählt? Scheitert das Projekt doch noch? Aber sie hatten Glück. Der Vogelexperte verfolgt jetzt gespannt die Aufnahmen. Zum ersten Mal sieht er direkt das Brüten und Schlüpfen dieser Enten.
Die Gänsesäger-Mutter „Anda Lovinda“ brütet seit einiger Zeit auf ihren 11 Eiern. Den Namen haben ihr die Zuhörer und Zuschauer von NRK gegeben. Falls nichts passiert, schlüpfen die Jungen Ende Mai. Gänsesäger sind typische Höhlenbrüter. Sie bevorzugen, ihre Eier in ausgehöhlten Stämmen oder in diese überdachten Kästen zu legen. Die Ente liegt im Großen und Ganzen still auf ihren Eiern. Nur ab und zu verlässt sie kurz das Nest, um zu fressen. Die Eier benötigen über 32 Grad konstante Wärme, damit der Embryo sich entwickelt. Sie reisst am Ende des Eierlegens Daunen aus ihrem Gefieder. Damit schafft sie eine wärmeisolierende Decke für die Eier, die sie auf das Nest legt, wenn sie kurz Nahrung für sich suchen geht. Hilfe hat sie keine. Das Brüten ist alleine ihre Sache. Der Erpel verlässt sie nach der Paarung und fliegt in den Norden zur Mauser an die Küste der Finnmark zusammen mit seinen Artgenossen. Inzwischen hat eine Schellente während ihrer Abwesenheit zwei Eier in das Nest gelegt. Schellenten brüten nicht. Wie reagiert die Gänsesäger-Mutter auf die zwei untergeschobenen Eier. Der Vogelexperte ist gespannt, ob die Eier vor dem großen Nesträuber, dem Marder, verschont bleiben. In der Nähe raubte er alle Eier aus einem Nistkasten. Die Schellentenküken schlüpfen voraussichtlich am 26. Mai und verlassen sofort das Nest. Tage später am 31. Mai schlüpfen die Gänsesägerjungen. Ist das Gefieder der Kücken getrocknet, verlassen sie sofort das Nest. Beide Entenarten sind Nestflüchter.
Hier sind die Küken zu sehen. Am 31.5. Um 6.58 Uhr sind sie geschlüpft:

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https://www.nrk.no/ho/_-nrk-anda-har-klekket-flere-unger-1.13539495

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Quelle: NRK

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Mehr über den Gänsesäger.

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http://www.brodowski-fotografie.de/beobachtungen/gaensesaeger.html

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Hans-Peter Asphalt, Flickr

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