Veröffentlicht in Finnmark, Norwegische Landschaftsrouten

Norwegische Landschaftsrouten – Havøysund 2/18

Sie führen vorbei am Meer oder an eisblauen Gletschern: Auf den 18 norwegischen Landschaftsrouten muss man einfach immer wieder stehen bleiben und staunen. Auch wegen der Kunst. Auf den „Nasjonale turistveger“ gehört sie zur Rast – und regt zum Nachdenken an.

Havøysund – Bis zum äußersten Norden

Eine Fahrt durch eine Landschaft, die ganz von der Natur geprägt ist. Eine Ergänzung zum Nordkap mit Havøysund und den vorgelagerten Inseln als Endpunkt und einem überraschenden Treffen mit einer pulsierenden Inselgemeinschaft an der Finnmarksküste.

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Die Norwegische Landschaftsroute Havøysund verläuft zwischen Kokelv und Havøysund und hat eine Länge von 67 km. Die Straße bis nach Havøysund beeindruckt durch ihre Vielfalt, und trotz der wenigen Hundert Meter über dem Meeresspiegel hat man das Gefühl, als würde man über Hochgebirge fahren. Teile der Straße verlaufen durch eine verlassene Klippenlandschaft mit dem Arktischen Ozean auf der einen Seite und zerklüfteten Steinformationen auf der anderen Seite. Die Landschaft ist rau und dramatisch. Inmitten der Einsamkeit sind Seeadler und Rentiere keine Seltenheit. Auf 71 Grad nördlicher Breite liegt das kleine Fischerdorf Havøysund buchstäblich am Ende der Straße. Es erscheint fast wie ein Wunder, dass am nördlichsten Punkt der Norwegischen Landschaftsrouten direkt am Wasser überhaupt Menschen leben, die ihren eigenen Lebensunterhalt erwirtschaften.

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Attraktionen auf der Landschaftsroute zwischen Kokelv und Havøysund:

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Lillefjord

 

Lillefjord,©Foto: Jarle Wæhler / Statens vegvesen

Der Rastplatz in Lillefjord an der Norwegischen Landschaftsroute Havøysund sollte den Reisenden nicht nur Toiletten, Sitzbänke, Unterstand und Parkmöglichkeiten bieten, sondern auch Ausgangspunkt für Wanderungen vom Tal hinauf zum Wasserfall sein. Um die Aufmerksamkeit auf die Wanderung zum Wasserfall zu lenken, wurde eine neue Brücke an einer Stelle errichtet, von der sie von der Straße deutlicher zu sehen war. Die Brücke führt zu einem Pfad auf der Südseite, auf der das Heidekraut einen üppig bewachsenen grünen Teppich auf dem gesamten Flussdelta bildet.

Die Brücke enthält alle Servicefunktionen des Rastplatzes. Den Beginn der Brücke, die sich dem Parkplatz direkt anschließt, bildet ein Ort aus Bänken und einem Unterstand mit Eingang zur Toilette. Von dort führt die Brücke weiter über eine Treppe zu einem Plateau mit Sitzbänken, das sich direkt über dem Fluss befindet. Die Brücke wird aus einem vorgefertigten Fachwerk aus Stahl getragen. Die Konstruktion und das verwendete Material sind der rauen Landschaft und dem Klima angepasst. Das Kupferdach und das angegraute Holz sind wartungsfrei. Die Holzverkleidung auf der Innenseite der Brücke dient als Bank, Rückenlehne und Geländer. Die Richtung des Paneels folgt der unterschiedlichen Richtung der Brückenkonstruktion.

Architekt
PUSHAK arkitekter
Hauptanbieter
Mesta AS
Afgerond
2006

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Snefjord

 

Snefjord Foto: Harald Bech-Hanssen / Statens vegvesen

 

Der Rastplatz auf der Straße nach Havøysund befindet sich an der Mündung des Snefjordvassdraget, einem anglerfreundlichen, lachsreichen Gewässer. Hier bestand Bedarf an  einem Ort, an dem es möglich war, wind- und regengeschützt zu rasten. Der Wind weht vorwiegend vom Fjord aufs Land. Gleichzeitig ist der Blick auf das Meer die schönste Aussicht. Auf dem Grasstück an der Südseite der Flussmündung wurden drei Rastboxen aufgestellt. Diese können beidseitig genutzt werden, je nachdem, ob man geschützt sitzen oder die Aussicht genießen möchte. Die Boxen stehen nicht ebenerdig, sodass deren Unterseite als Sitzbank genutzt werden kann. Die Boxen stehen voneinander abgewandt, um verschiedene Situationen zu schaffen hinsichtlich räumlicher Lage, Aussicht und wechselnder Witterungsbedingungen. Durch die Seitenwände und das Dach schützen die Boxen gut vor Regen und Wind. Die Konstruktion besteht aus zusammengeschweißten Stahlprofilen, die in der regionalen Werkstatt Havøysund Patentslipp vorgefertigt wurden. Die Innenverkleidung der Boxen besteht aus Eichenkernholz, Holzpaneelen an den Seiten und Stäben auf der Bank. Als Außenverkleidung dienen unbehandelte Kupferplatten, die einander überlappen und mit der Zeit grün anlaufen werden.

Architekt
PUSHAK arkitekter
Hauptanbieter
Einarsen Sønner, Havøysund Patentslipp
Afgerond
2005

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Selvika

 

Selvika Foto: Jarle Wæhler / Statens vegvese

Am Ufer von Selvika befindet sich die geschützte Sandbukta mit ihrem einladenden Sandstrand. In dem Gebiet gibt es Kulturdenkmäler und Siedlungsfelder aus der jüngeren Steinzeit und der samischen Kultur.

Der Rastplatz in Selvika befindet sich auf der Strecke zwischen Kokelv und Havøysund. Das Gebiet liegt geschützt und ist für die Bevölkerung aus Havøysund an warmen Sommertagen ein beliebter Ausflugsort. Der sich schlängelnde Weg führt von der Straße zum Strand und lädt die Reisenden dazu ein, Selvika mit seiner einzigartigen Landschaft aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Die Wanderung auf dem angelegten Weg endet an einem Sammelpunkt mit Feuerplatz, Tischen und Bänken. Wichtige Voraussetzung für den Rastplatz war, dass dieser auch mit dem Rollstuhl leicht zugänglich ist. Anstelle einer Doppellösung mit Rampe und Treppe entschied sich der Architekt für einen gemeinsamen Gehweg, der dem Projekt einen ganzheitlichen Charakter gibt.

Die gesamte Konstruktion ist in hellgrauem Beton gegossen, der mit der umliegenden Landschaft gut harmoniert. Aus der Entfernung wirkt der Rastplatz wie eine Skulptur aus Beton mit Bezug auf die umgebenden Formationen.

Architekt
Reiulf Ramstad Arkitekter AS
Hauptanbieter
T. Johansen Drift AS
Afgerond
2013

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Hier ein ausführlicher Bericht von dem Rastplatz:
http://www.detail.de/artikel/barrierefreies-naturerlebnis-rastplatz-in-norwegen-9741/

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Havøysund Foto: Jarle Wæhler / Statens vegvesen

Havøysund ist ein kleines Fischerdorf auf einer Insel in der Barentssee mit 1.200 Einwohnern. Die vielfältige und bezaubernde Architektur beeindruckt mit seinen Vorkriegshäuser in verschiedenen Farben.
Die Menschen haben über viele Jahrhunderte Wind und Wetter getrotzt und sich am äußersten Punkt der Finnmarksküste festgeklammert. Doch erst nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich Havøysund zu einer wichtigen Fischergemeinde entwickelt. Die Fischereiflotte war groß und hatte von kleinen Fischkuttern bis zu großen Trawlern alles zu bieten. Außerdem entstanden in Havøysund Fischfabriken und Veredelungsbetriebe.
Norsk Hydro hat einen Windpark auf der Insel errichtet, der Seemännern mittlerweile als Orientierungspunkt dient. Die 15 Windkraftgeneratoren befinden sich auf Gavlen.
Havøysund ist ein bedeutender Umschlaghafen für Hurtigruten. Das hektische Hafentreiben ist beste Unterhaltung für Zuschauer vom Deck.
Das Plateau in Havøysund befindet sich auf dem gleichen Breitengrad wie das Nordkap, hat jedoch viel weniger Besucher und ist somit eine gute Alternative zum Nordkap. Hier, am Ufer der Barentssee, sind im Sommer die Mitternachtssonne und im Winter das Nordlicht besondere Erlebnisse.
Der Hjelmsøystauren, ein bekannter Vogelfelsen, liegt ganz in der Nähe von Havøysund. Er kann sich der größten Anzahl verschiedener Vogelarten in ganz Europa rühmen, die auf einem Vogelfelsen zusammenfinden. Dreizehenmöwen, Trottellummen und Tordalke sind nur Beispiele der hier nistenden Arten.

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Quelle: nasjonale turistveger

Beitragsbild: Foto: Jarle Wæhler / Statens vegvesen

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