Veröffentlicht in Snakk i Norge, Sogn og Fjordane

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Norwegen tötet 2200 Rentiere im Nordfjella

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Die „skrantesjuke“ auf Norwegisch, Chronic Wasting Disease (CWD; deutsch wörtlich Chronische Auszehrungskrankheit) ist eine ansteckende Erkrankung des zentralen Nervensystems bei Hirschenarten. Sie ähnelt der Prionenkrankheit (BSE) des Rindes und der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit beim Menschen.

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Diese Tierkrankheit entdeckten die Norweger zum erstenmal 2016 in Lærdal in Sogn og Fjordane bei einem wilden Rentier. Die Krankheit war in Europa angekommen und ausgerechnet in Norwegen. Bisher war sie nur in Kanada und den USA bekannt. Diese Krankheit ist für Menschen nicht gefährlich. Allerdings sind die Behörden besorgt, dass es zu einer Ausbreitung und zu vermehrten Todesfällen für die hier lebenden Hirscharten kommt. Und das wäre verheerend für die Umwelt und Natur.
Die Forschung ist dabei herauszufinden, wie die Tiere sich anstecken. Sind es die Ausscheidungen oder der Speichel? Bis jetzt ohne Resultate. Kompliziert macht das Ganze noch, dass der Erreger die Fähigkeit hat, lange zu überleben. Schafe, die im Sommer im Gebirge weiden, sind potentielle Krankheitsüberträger, stecken sich aber nicht mit der Krankheit an. Im vergangenen Jahr entdeckten sie die Krankheit auch bei zwei Elchen. Dennoch gab es da kein Grund zur Panik bei den Elchbeständen , weil sie Einzeltiere sind und wenig Kontakt mit anderen Arten haben. Rentiere drängen sich in der Herde zusammen. Deshalb ist die Ansteckung untereinander besonders groß. Es nützt nichts, einzelne Tiere aus der Herde zu entfernen, um die Gefahr der Infizierung zu reduzieren. Die Tierkrankheit Chronic Wasting Disease trat in der letzten Zeit bei drei Rentieren im Nordfjella auf. Das Wissenschaftskomitee für Lebensmittelsicherheit und Lebensmittelüberwachung (Mattilsynet) empfahlen deshalb dem norwegischen Umweltministerium Maßnahmen zu ergreifen, um die Krankheit einzudämmen. Das bedeutet, die gesamte Herde im Nordfjella, wo sich die Tiere in einem begrenzten Gebiet aufhalten, ist zu töten. Das Nordfjella, wo sich die 2200 wilden Rentiere aufhalten, umfasst ein Gebiet innerhalb der Kommunen von Hemsedal, Ål und Hol in Buskerud, Ulvik Kommune in Hordaland, Lærdal und Aurland Kommenen in Sogn og Fjordane.
Außerdem empfehlen die Wissenschaftler das Brachlegen des Gebiets für fünf Jahre. Sie wollen vermeiden, dass andere Hirscharten und die Rentiere sich untereinander infizieren. In Norwegen gab es 2011 laut der Wildverwaltung rund 250.000 Rentiere. Viele davon leben in Gebieten, die sich nicht so einfach eingrenzen lassen. Zudem verteilen sich rund 90.000 Elche über das ganze Land, die Zahl der Rothirsche beläuft sich schätzungsweise auf 130.000. In der Hoffnung diese Krankheit mit dieser Maßnahme auszumerzen, bezahlen die 2200 wilden Rentiere vom Nordfjella mit ihrem Leben.

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Quelle: NRK

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