Veröffentlicht in Finnmark, Norwegische Landschaftsrouten

Norwegische Landschaftsrouten – Varanger 1/18

Die Staatliche Norwegische Straßenverwaltung entwickelt und verwaltet die zur Touristenattraktion „Norwegische Landschaftsrouten“ gehörenden 18 Strecken in Norwegen. 1994 begann die Durchführung des Testprojekts „Tourismusprojekt“ der Staatlichen Norwegischen Straßenverwaltung mit Sognefjellsvegen, Gamle Strynefjellsveg, Hardanger und Helgelandskysten als Ausgangspunkt. Die vier Strecken des Testprojekts erhielten 1997 den Status einer „Norwegischen Landschaftsroute“. Alle geplanten Maßnahmen auf den 18 Strecken sind 2023 abgeschlossen; die Touristenattraktion „Norwegische Landschaftsrouten“ ist somit komplett.

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Varanger – Die Straße zum Eismeer

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soll die erste „Norwegische Touristenroute“ sein. Nach und nach stelle ich die restlichen Routen in meinem Blog vor.
Im äußersten Nordosten Norwegens in der Finnmark liegt die Halbinsel Varanger mit dem Varangerfjord und dessen südlichem Uferstreifen (Sør-Varanger). Größere Orte sind Berlevåg, Vardø, Vadsø (Hauptstadt der Finnmark) und Kirkenes. Ein Teil der Halbinsel gehört zum Varangerhalvøya-Nationalpark. Der 2006 gegründete Nationalpark liegt in den Gemeinden Båtsfjord, Nesseby, Vadsø und Vardø. Er umfasst eine Fläche von 1.804 km². Die nahezu unberührte Landschaft mit ihren besonderen Geländeformen und Ablagerungen der letzten Eiszeit, die Artenvielfalt der verschiedenen Ökosysteme, soll das kulturelle Erbe der Samen erhalten und schützen. Der Park grenzt an das Persfjorden-Syltefjorden Naturschutzgebiet und das Syltefjorddalen Naturreservat.

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Die „Norwegische Landschaftsroute“ Varanger verläuft zwischen Varangerbotn und Hamningberg und hat eine Länge von 160 km. Eine Fahrt in wechselndem Licht zwischen Wasser und Himmel auf dem Weg zum offenen Meer und einer einzigartigen Klippenlandschaft. Der Weg führt vorbei an Birkenwäldern, Moorlandschaften und zerklüfteten Klippen. Vogelleben und Fauna in dieser Region sind einzigartig. Varanger ist wegen ihrer geografischen Lage die wohl exotischste Strecke. Auf der Reise entlang der Landschaftsroute bis zum Eismeer erwartet dem Reisenden eine kontrastreiche Natur, wobei die Mondlandschaft bis nach Hamningberg den Eindruck erweckt, als sei man auf dem Weg zum Ende der Welt. Um die Vogelwelt zu beobachten, wurden auf der Strecke, vor Wind und Wetter geschützt, mehrere Vogelbeobachtungsposten errichtet. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass direkt am Wegesrand Rentiere auftauchen.

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Attraktionen auf der Landschaftsroute:

Die Gedenkstätte Steilneset

© Bjarne Riesto / www.riesto.no

Die Gedenkstätte Steilneset, oft auch Hexenmonument genannt. Sie ist den 91 Menschen gewidmet, die sie in der Zeit von 1598 bis 1692 in Vardø der Hexerei bezichtigten und verbrannten. Das Denkmal besteht aus einer Gedenkhalle, entworfen vom Schweizer Architekten Peter Zumthor, sowie einem Flammenhaus mit einer Skulptur der französisch-amerikanischen Künstlerin Louise Bourgeois. Das Steilneset Memorial erhielt den Nordnorwegischen Architekturpreis 2013.
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Mehr darüber: http://www.nordnorge.com/de/kunst-architektur/?News=469

Die Festung in Vardø

© Bjarne Riesto / www.riesto.no

Die Festung in Vardø ist die nördlichste der Welt und die östlichste Norwegens. König Haakon V. erbaute vermutlich die erste Festung um 1300. Die heutige Festung errichtet von 1734 bis 1738, diente der Wahrung der norwegischen Interessen an der Nordostpassage gegen Nowgorod. Seit 1950 hat die Festung keine militärische Bedeutung mehr, ist aber weiterhin im Besitz des norwegischen Militärs. Heute dient die Festung als Schule für die Seestreitkräfte. Die Festung hat Salutpflicht. Salutschüsse fallen am 17. Mai, 07. Juni, zu königlichen Geburtstagen und wenn die Sonne nach der Polarnacht das erste Mal wieder über den Horizont steigt. In den Gebäuden der Festung gibt es ein kleines Museum und vor dem Haus des Kommandanten steht der einzige „Baum“ der Stadt – eine Eberesche.

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Mehr darüber: http://www.nordnorge.com/DE-ost-finnmark/?News=63

Hamningberg

 

©Foto: Jiri Havran

Am Ende der Varanger-Halbinsel am Eismeer liegt das verlassene Fischerdorf Hamningberg. Das Dorf ist typisch für die Finnmark. Durch seine Häuser aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg und einige russische Blockhäuser aus dem 19. Jahrhundert strahlt es eine besondere Atmosphäre aus.

Nesseby

©Foto: Harald Bech-Hanssen / Statens vegvesen Nesseby kirke

Von Nesseby ist es nicht weit bis zum Fjord und der als Landmarke dienenden Kirche von Nesseby. Ganz Finnmark und Nord-Troms fielen im Zweiten Weltkrieg der Taktik der verbrannten Erde durch die deutschen Truppen zum Opfer. Wie ein Wunder blieb die Kirche von Nesseby unbeschadet stehen. Die Kirche 1858 errichtet, hat ein barockes Altarbild, das ungefähr aus dem Jahr 1720 stammt.

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Gornitak

©Foto: Hjalmar Steinnes / Statens vegvesen

Gornitak (samisch Gorgŋetak) bedeutet Aufstieg und ist der Name des Rastplatzes am Varangerfjord. Er liegt unter weitem Himmel am Fuße des Gebirges mit Blick auf das Meer im Osten. Für den Bau der Toiletten diente ein altes restauriertes Steinhaus, genutzt während des Zweiten Weltkriegs als Munitionslager.

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Wer steht hinter den „Norwegischen Landschaftsrouten“

Verantwortlich für die Entwicklung der Touristenattraktion „Norwegische Landschaftsrouten“ ist die Staatliche Norwegische Straßenverwaltung mit dem Leiter des Norwegischen Zentralamts für Straßenwesen als deren Eigentümer. Die Durchführung der täglichen Arbeit erfolgt durch die Staatliche Norwegische Straßenverwaltung, Fachbereich Landschaftsrouten, mit Hauptsitz in Lillehammer. Zur Sicherstellung höchster qualitativer Ansprüche werden die in Zusammenhang mit den Norwegischen Landschaftsrouten stehenden Arbeiten von einem Qualitätsrat begleitet. Dieser hat die übergeordnete Verantwortung und berät den Fachbereich Landschaftsrouten hinsichtlich fachlicher Richtlinien für das Projekt. Ein Architekturrat sichert hohe visuelle Qualität auf den Aussichtspunkten und Rastplätzen entlang der Strecken. Der Architekturrat setzt sich aus einem Architekten, einem Landschaftsarchitekten und einem Künstler zusammen. Außerdem wird ein Kunstkurator engagiert, der dafür verantwortlich ist, dass die Kunstwerke internationaler Klasse zu einem Teil der Erlebnisse entlang der Norwegischen Landschaftsrouten werden.

Quelle: Wikipedia, Nationale Turistveger

Beitragsfoto: ©Foto: Jarle Wæhler / Statens vegvesen

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