Veröffentlicht in Østlandet, Perlen in Norwegen, Südnorwegen

Norwegens Perlen

Der Königsweg über das Filefjell 

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Das einminütige Video „Kongeveien over Filefjell“ erweckte Aufsehen in den Medien. In drei Wochen sahen über 800.000 den Videoclip auf Facebook. Von 67 Videoclips, die Visit Norway seit 2012 auf seiner Website veröffentlichte, war das Video vom „Kongevegen“ das populärste. Die Kombination des tollen Videos und das aufregende Projekt der Restaurierung dieses kulturhistorischen Weges weckte großes Interesse.

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Wer das Video schauen möchte:

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https://www.facebook.com/kongevegen/?ref=ts&fref=ts

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oder auf der Seite von NRK

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https://www.nrk.no/sognogfjordane/_alle_-vil-sja-kongevegen-1.13485964

Unter der Kategorie „Bewahrung “ erhielt der „Kongevegen over Filefjell “ den „Europa-Nostra-Preis“. Diese europäische Auszeichnung wird jedes Jahr für herausragende Leistungen im Bereich der Erhaltung von Kulturerbe ausgezeichnet. Die Preisverteilung erfolgt in der St. Michaelkirche in Turku in Finnland am 15. Mai.

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Schon 2015 erhielt der „Kongevegen“ den Preis für den „Schönsten Weg“ in Norwegen, erteilt vom norwegischen Verkehrsministerium.

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Der „Kongevegen“ gebaut um 1790 unter C.J. Hammer, führt von der engen, dramatischen Fjordlandschaft am inneren Sognefjord über den Gebirgspass Filefjell hinunter in das Valdrestal mit seinen Siedlungen. Der Wanderer erlebt unterwegs eine herrliche Kulturlandschaft und grandiose Aussicht über die umliegenden Berge, der höchste Punkt ist etwa 1250 m ü.d.M.. Die 100 km lange Strecke ist ein Teil des ersten befahrbaren Wegs zwischen dem Øst- und Vestlandet.
Der „Kongevegen“ liegt in einer Umgebung, in dem mehrere Generationen Wege über das Filefjell gebaut hatten und einen weiterführenden Weg nach Borgund. Dieser Weg zwischen Seltunåsen og Galdane war schon immer die schwierigste und gefährlichste Strecke. Das Tal ist eng und das Gelände sehr steil und steinig. Kam noch der Frost mit Eis dazu, war es sehr gefährlich, den Weg zu passieren.
1793 stellten die damaligen Behörden den alten Weg für die Allgemeinheit und den Reitweg über Seltunåsen als Hauptweg ein, nachdem der neue Weg durch Galdane fertig war. Dieser Weg war auf 1 bis 2 Meter hohen Mauern, dem Terrain angepasst, auf Steinen von Erdrutschen aufgebaut. Er liegt auf der Nordseite des „Lærdalselvi“, zwischen Fluß und der Erdrutsch gefährdeten Bergseite.
In den Jahren 1837 bis 43 entstand wieder ein neuer Weg über Seltunåsen, dieses Mal auf der anderen Seite des Flusses. Über dem Bergrücken sprengten sie den Weg entweder in den Berg oder bauten in dem Terrain bis zu fünfzehn Meter hohe Mauern. Der Weg hatte eine durchgehende Steigung von 1:5 (20%).
In den Jahren um 1870 legten sie den Weg wieder über Seltunåsen, diesmal verlief er unten im Tal entlang des Flusses.
2009 startete das Norwegische Verkehrsministerium und mehrere Kooperationspartner ein formelles Projekt, um die ganze Strecke als kulturhistorischen Wanderweg zu restaurieren. Dazu standen 15 Millionen Kronen zur Verfügung.
Aus Nepal wurden Sherpas engagiert, die noch das Handwerk des Baus von Trockenmauern beherrschten. Zwei deutsche Handwerker, die in Norwegen auf der Walz ihre Wanderjahre verbrachten , halfen die historischen Holzbrücken zu restaurieren. Sie kopierten alte, wieder gefundene Holznägel der Brückenkonstruktion.

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Für Wanderer, Klein und Groß, ist die Strecke heute eine Quelle der Bewunderung und bietet zahlreiche Erlebnismöglichkeiten. Wie Perlen auf einer Schnur reihen sich lebendige Kulturlandschaft, spektakuläre Fjellandschaft und sehenswerte Attraktionen aneinander. Teilstücke der historischen Route sind heute beliebte Natur- und Kultursteige für Wanderungen oder Fahrradtouren. Gut markierte Etappen verlaufen z.B. über den Tonsåsen, durch die Kvamskleiva und von Kyrkjestølen über das Filefjell nach Maristova.

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Wer den „Kongevegen“ erkunden will, hier Links mit Wandervorschlägen:

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http://de.sognefjord.no/unternehmen/der-konigsweg-uber-filefjell-p1360603

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https://de.valdres.com/sehen-und-erleben/aktivitaten/wandern/der-konigsweg-nach-bergen

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Quelle: NRK, Valdres Guide

Foto: Sarac_Energizer,  Flickr

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