Veröffentlicht in Finnmark, Nordland, Snakk i Norge, Sogn og Fjordane

Snakk i Norge – Menschen

Wenn der Postmann nicht mehr kommt

Kari Aamodt wohnt auf Bjorøyna in Gulen. Auf dieser Insel steht nur ein Haus. Dort wohnt die siebzig Jährige ganz alleine. Es ist ein schönes Leben. Vom Küchentisch aus, sieht sie die Ottern vorbeilaufen. Sie mag die Stille. Das ganze Leben lang war das ihr Traum. Aber nachdem die norwegische Post die Postroute zur Insel im vergangenen Herbst niederlegte, war das ein Einschnitt in ihr Glück. Die alte Dame wohnt seit 2005 auf der Insel. Bis 2016 bekam sie dreimal die Woche ihre Post geliefert. Dann war Schluss. Sie und weitere 19 Bewohner rund um Bjorøyna erhielten mit dem Boot keine Postlieferung mehr. Zuerst bekam Kari Bescheid, sie müsse ihre Post in Eivindvik abholen. Aber das passte der alten Dame nicht. Zum Schluss erhielt sie einen Briefkasten in Skjerjehamn. Auch nicht gerade in der Nähe von ihrem Wohnort. Um das Zentrum von Skjerjehamn zu erreichen, benutzte sie ein Ruderboot mit einem Außenbordmotor. Das war sehr anstrengend. Langsam wird Kari älter, selbst wenn sie es sich nicht eingestehen will. Nun hat sie eine Weiterleitung ihrer Post zu ihrem Sohn nach Bergen beantragt. Das ist nur eine Zwischenlösung. Alle Zeitungen hat Kari gekündigt. Vor Weihnachten bat sie alle Enkel keine Weihnachtskarten zu schicken.
Die Briefmenge hat sich in Norwegen seit 2000 halbiert. Deshalb musste die Post ihre Kosten reduzieren. In 17 Jahren gab die Post 1800 Routen auf. Die verbliebenen Routen erweiterten sie. Auch wo der Briefkasten anzubringen ist, sind die Anforderungen strenger geworden. Die Post von Norwegen ist rechtlich nicht verpflichtet auf kleine Inseln die Post auszuliefern. Deshalb hat Kari Aamodt einen sehr langen Weg, um ihre Post zu erhalten. .
Aamodt versteht, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, ohne Weiteres Informationen zu erhalten, wenn sie auf einer einsamen Insel wohnt. Allerdings waren früher die Postlieferungen eine Normalität und jetzt nicht mehr. Das macht es schwieriger auf der Insel zu leben. Die Küste ist lang und viele Norweger wollen abseits von befahrenen Straßen wohnen. Kari Aamodt und diese Menschen fordern eine Ausnahmeregelung von der norwegischen Post.

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Quelle: NRK

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Insel mit 13 Einwohnern suchen einen Mitarbeiter für die neue Brennerei

Myken ist eine Inselgruppe bestehend aus 40 kleinen Inseln, Holme und Schären. Das Fischerdorf liegt auf der größten Insel Sjurøya in der Rødøy Kommune in Nordland, 32 Kilometer vom nächsten Festland entfernt, an der Helgelandsküste. Dort suchen die Inselbewohner einen Brenner für Ihre Destillerie, der auf der Insel dauerhaft wohnen will. Früher wohnten einmal 150 Personen auf der Insel. Die Zentralisierung und ein Bootsunglück 1981 traf die Küstengemeinschaft hart. Mit dem untergegangenen Fischerboot „Western“ kamen sieben Personen ums Leben. Sechs davon wohnten in Myken. Dieses Unglück löste große Trauer in dem kleinen Fischerdorf aus. Trotz der wenigen Bewohner, gibt einen ganzjährig geöffneten Lebensmittelladen und eine tägliche Verbindung mit dem Boot der Hurtigruten nach Tonnes in Lurøy und Vågaholmen. Selbst wenn es mit der Einwohnerzahl in den letzten dreißig Jahren ständig abwärts ging, hofft das Fischerdorf auf Steigerung der Einwohner in den nächsten Jahren. Jetzt hat die Insel immerhin eine eigene Whiskydestillerie. Dank einiger Segler, die auf Segeltour waren und bei schlechten Wetter vier Tage zwangsweise auf Myken verbrachten. In dieser kurzen Zeit verliebten die Gäste sich in die charmante Insel. Um Myken beim Aufschwung zu helfen, beschloss Roar Larsson mit zehn Freunden die nördlichste Whiskydestillerie dort aufzubauen. Jetzt suchen sie per Annonce einen Brenner, der auf der Insel wohnen will. Whisky herstellen ist ein längerer Prozess. Das Seewasser vom Vestfjorden in Myken läuft durch eine Entsalzungsanlage und wird zur Herstellung von Bier, die Grundlage für den Whisky, benutzt. Drei Jahre lagert der Whisky in Eichenfässern, bevor er fertig ist. Der erste Whisky lagert zweieinhalb Jahre und ist bereit zur Auslieferung. Im Dezember feieren die Einwohner auf Myken deshalb ein Fest. Zwei der Besitzer der Whiskybrennerei bestimmten vor Kurzem auf die Insel zu ziehen. Auf lange Sicht soll die Destillerie Arbeitsplätze schaffen. Die gesuchte Person, muss die Stille der Insel ertragen und gut zu den Einwohnern passen. Erfahrung für das Brauen und Brennen ist nicht unbedingt notwendig. Einige Bewerber meldeten sich bereits. Vorläufig prosten Jan Hellstrøm, Helge Eriksen und Roar Larsen sich noch mit dem Whisky der Konkurrenz zu. Bald nehmen die drei eine Geschmacksprobe von der eigenen Produktion ihres Whiskys.

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Quelle: NRK

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Alpakazucht mit Herausforderungen

In Lakselv in der Finnmark wohnen 16 knuddelige Alpakas und ein Lama. Dort hoch im Norden existieren zwei Alpakabetriebe und der von Lisa Lundberg ist der Nördlichste in der Welt. Zufrieden ist sie mit ihren Tieren und produziert Strickgarn von den Alpakas. Lisa Lundberg, die Alpakabesitzerin, liebt ihre Tiere. Die Freude trübte sich, sie stahlen ihr kurz vor Weihnachten Wolle im Wert von rund 135.000 Kronen. Der Diebstahl warf sie mit ihren Plänen zurück. Es war ein großer wirtschaftlicher Verlust. Aber Wolle wächst nach. Das nächste Mal passt sie auf. Um einem Diebstahl vorzubeugen, schließt sie die Wolle weg. Der Start der Alpakafarm ging nicht über Nacht. Der Import 2013 der ersten zwei Alpakas dauerte ewig. Die Tiere kamen auf dem Weg nach Norwegen sofort in Quarantäne. Nach sechs Monaten kamen sie endlich in die Finnmark. Solange gab es eine Menge Überprüfungen in Schweden, bis keine Gefahr für andere Haustiere hier in Norwegen bestand. Weil Lisa die Erste war, die Alpakas in die Finnmark importierte, war das Amt für Lebensmittelsicherheit unvorbereitet und wussten nicht, mit dieser Situation umzugehen. Zum Schluss kamen die Alpakas endlich in ihr neues Heim. Lisa ist sicher, hier gefiel es ihnen sofort gut. Egal welche Herausforderungen kommen, Lisa ist nicht zu stoppen. Ihr Ziel ist weiterhin, eines Tages davon zu leben. Sie rechnet, das in fünf Jahren zu erreichen. Ein zeitraubender Prozess ist das, Gewinn und Verlust gleichen sich buchstäblich aus. Es gibt einem extrem viel, sich mit diesen Tieren zu beschäftigen. Sie blöcken nicht so wie Schafe und alle machen auf einen Platz. Die junge Frau plant eventuell Alpakas zu verkaufen. Das wird schwer, Abschied zu nehmen, wenn das aktuell wird.

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Quelle: NRK

Ein Kommentar zu „Snakk i Norge – Menschen

  1. Liebe Eva,
    ich stelle es mir schrecklich einsam vor, eine Insel alleine zu bewohnen. Da ist sicherlich der Postbote ein richtiges Highlight und wenn der dann auch nicht mehr kommt. Nein, ich glaube ich würde das große Heulen bekommen. Einsamkeit ist nichts für mich. Ich hoffe und bete, niemals einsam zu sein.
    Liebe Eva, ich wünsche Dir ein schönes Osterfest mit vielen bunten Ostereiern und kleinen Schokoladenhasen. (Sucht Ihr die im Schnee oder in der guten Stube?)
    Herzliche Ostergrüße
    Astrid

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