Veröffentlicht in Ge(er)lesenes aus Norwegen, Oppland, Sogn og Fjordane

Bemerkenswerte Straßen  in Norwegen 

Die norwegische Denkmalschutzbehörde stellte den alten und neuen Strynefjellsvegen in Stryn und drei Straßen in Lærdal unter Denkmalschutz

Die Straßen  sind ausgewählte Strecken von verschiedenen Zeitperioden und wurden unter Denkmalschutz gestellt, um einen wichtigen Teil der  gemeinsamen Verkehrsgeschichte zu bewahren.
Die Begründungen der norwegischen Denkmalschutzbehörde für die neuen, geschützten Straßen in den Regierungsbezirken in Norwegen sind:


Geschichte

1. Für den Strynefjellsvegen,  Skjåk und Stryn Kommune:
Die Umgebung dieser Straße weist große Unterschiede in der Bautechnik, Linienführung und Standard aus. Der „Gamle Strynefjellsveg“ ist die einzige Strecke im ganzen Land mit Schotterweg und das soll auch in Zukunft so bleiben. Die Straße ist ein gut bewahrtes Beispiel vom Ende des 18. Jahrhunderts mit von Hand errichteten Mauern ohne Mörtel, Haarnadelkurven und aneinander gereihten Prellbegrenzungssteinen. Die neue Straße  von 1978  zeigt eine Weiterführung von dem ersten Strassenausbau,  die das ganze Jahr genutzt werden konnte, wie die Hochgebirgsstrasse über Haukeli.
Neue Planungen und neue Baumethoden zeichneten sich aus, sowie  Maßnahmen zur Lawinensicherung durch das Aufstellen von Schneestützkonstruktionen an den  Straßenseiten. Der „neue Strynefjellsvegen “ erhielt  1988 als erster die Auszeichnung vom Norwegischen Straßenministerium „Schönste Straße “ in Norwegen.

Als der Tourismus in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts für die Fjorddörfer zu einer wichtigen Einnahmequelle wurde, gab es erste Gedanken zum Bau einer Straße über das Strynefjell. Im Jahr 1881 wurde deshalb beschlossen, eine Straße zu bauen. Schwedische Wanderarbeiter und Arbeitskräfte aus der Region übernahmen die mühsamen Straßenbauarbeiten. Die Straße wurde 1884 fertiggestellt und erscheint noch heute fast unberührt. Kennzeichnend für sie sind die in langen Reihen angeordneten Prellsteine und die alten, von Hand errichteten Mauern entlang der Strecke. Die Leitplanken stammen noch aus einer Zeit, als man sich nicht mit dem Auto, sondern mit Pferd und Kutsche fortbewegte. Spuren der alten Saumpfade, auf denen man in östliche und westliche Richtung gelangte, verlaufen direkt neben der Straße. Auf dem Gamle Strynefjellsvegen finden Sie außerdem alte Steinplatten, die die Reisenden damals zum Übernachten nutzten.

Wegbeschreibung :
Die  Bezirksstrasse 258 (Fv258) oder der Nationale Touristenweg „Gamle Strynefjellsvegen“ verläuft zwischen Grotli in Skjåk und Ospeli Brücke in Stryn. Man verlässt die Reichsstrasse 15 und folgt Mårådalen und Videdalen bis zum Videseter ca. 27 km, dann trifft man wieder auf die Reichsstrasse 15 bei der Ospeli Brücke.  In dem Gebiet halten sich sehr viele wilde Rentiere auf und sollten nicht gestört werden, deshalb gibt es kaum Rastplätze.
Die Straße ist im Winter gesperrt.

Flickr Sogn „Vindhellaveien“ Fjordane Fylkeskommune



2. Für Borgund, Lærdal Kommune lautet die Begründung:
„Vindhellaveien“ von 1843 ist ein Monument  von Ingenieurskunst und Straßenbautechnik.
Die Straße wie eine Chaussee,  liegt hoch im Terrain und ist auf trockenem (ohne Mörtel),  aufgeschichtetem Mauerwerk errichtet worden.  Die Umgebung hat starke Authentizität und großen Erlebniswert, erzählt die Geschichte des Tourismus dieses Gebiets und wie wichtig die Straße für die Tourismusbranche seit dem 18. Jahrhundert war.

Geschichte:

Der Vindhellavegen wurde 1790 als Teil des ehemaligen Postwegs zwischen Oslo und Bergen angelegt. Die beeindruckenden Serpentinen, aus trocken (ohne Mörtel) aufgeschichtetem Mauerwerk, stammen jedoch aus dem Jahre 1843, als der Vindhellavegen umgebaut wurde. Hatte der ursprüngliche Weg noch eine Steigung von 1:4 (25%), so legte man die neue Straße mit einer Steigung von 1:5 (20%) an, damit Pferdefuhrwerke leichter den Hang hinauf kamen (ebenso wie der heutige Wanderer).

Lust den Weg zu erkunden, hier ein Vorschlag
http://norwegen-freunde.com/chris/Wandern/laerdalen1.html

3. Für Seltunåsen, Lærdal Kommune ist die Begründung:
Die Straße liegt in einer Umgebung, in dem mehrere Generationen Straßen über das Filefjell  gebaut hatten und eine weiterführende Straße nach Borgund. Die Straße von 1843 hatte eine durchgehende Steigung von 1:5 (20%), teilweise in den Berg gesprengt oder auf hohen Mauern errichtet. Die Umgebung hat einen sehr großen Erlebniswert und ist ein sehr gutes, bewahrtes Beispiel von Hauptstraßen vom 18. Jahrhundert,  die Entwicklungen und Änderungen aufzeigen.

Geschichte:
Die Straße zwischen Seltunåsen og Galdane  war schon immer die schwierigste und gefährlichste Strecke. Das Tal ist eng und das Gelände sehr steil und steinig. Kam noch der Frost mit Eis dazu, war es sehr gefährlich die Straße zu passieren.
Die alte Straße für die Allgemeinheit und Reitweg über Seltunåsen wurde 1793 als Hauptstraße eingestellt, nachdem die neue Straße  durch Galdane gebaut wurde. Diese Straße  wurde auf 1 bis 2 Meter hohen Mauern, dem Terrain angepasst, auf Steinen von Erdrutschen gebaut. Sie liegt auf der Nordseite des „Lærdalselvi“, zwischen Fluß und der Erdrutsch  gefährdeten Bergseite.
In den Jahren 1837 bis 43 wurde eine neue Straße über Seltunåsen gebaut,  dieses Mal  auf der anderen Seite des Flusses. Über dem Bergrücken wurde die Straße entweder in den Berg gesprengt oder in einem Terrain mit bis zu fünfzehn  Meter hohen Mauern gebaut.
In den Jahren um 1870 wurde die Straße über Seltunåsen wieder verlegt, diesmal wurde sie unten im Tal entlang des Flusses errichtet.

Wer sich noch mehr über den Weg informieren  möchte:
http://turapp.no/kongevegen/tur/?id=1066&l=en-GB

4. Für Lærdal, Lærdal Kommune lautet die Begründung :
Umgehungsstraßen sind eine Kategorie Straßen,  die eine große  Bedeutung  für die Entwicklung des Straßenetzes der Ortschaften in der Zeit zwischen 1970 und 80 hatten. Umgehungsstraßen  in Lærdal  sind gute Beispiele  für die damalige Zeit,  die den Zweck erfüllen, den Durchgangsverkehr aus den Ortschaften umzuleiten.

Quellen: NRK, Wikipedia

Beitragsbild: Flickr Anki B.“Gamle Strynefjellsvegen“

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