Veröffentlicht in Ge(er)lesenes aus Norwegen, Møre og Romsdal

Einmal Leuchtturmwärter sein!

 

 

Von Wind, Wellen, das ständige Rauschen und der unendliche, weite Blick über das Meer oder heftiger Sturm und peitschender Regen, davon träumen Viele.
Wer schon lange den Wunsch hegt, einmal wie ein Leuchtturmwärter zu übernachten, kann ihn sich seit einigen Jahren erfüllen. Freiwillige Organisationen machen das möglich. Sie haben die schönen,  alten Leuchttürme entlang der norwegischen Küste von der Küstenbehörde gemietet und kümmern sich ehrenamtlich mit großem Einsatz um den Erhalt dieser historischen Kulturgüter.

1869 war hier ein schlimmes Unglück draußen im Meer, deshalb wurde eine Genehmigung eingeholt, den Leuchtturm „Ulla“ zu bauen.  1874 wurde er eröffnet und 1975 automatisiert.  Der Leuchtturm ist heute noch in Betrieb.
Geir Håkon A. steht an der Spitze des Leuchtturmgeländes, ganz am äußeren Ende von Haramsøya in Sunnmøre und zeigt hinaus zum Meer. Er erzählt bei seiner Führung engagiert die Geschichte dieses Leuchtturms den Angestellten  der Schulbehörde von Haram, die an einer Besichtigung teilnehmen und  seinen Worten interessiert zuhören. Geir Håkon A. gehört zu der Vereinigung „Freunde des Ulla-Leuchturms“, die es sich zur Aufgabe gemacht  haben seit 2002 in freiwilliger Arbeit den Leuchtturm  auf Kvernholmen auf der Haramsøya zu bewahren.

Wir freuen uns auf die Gäste, die Führungen oder Übernachtungen wünschen. Ständig rufen neue Leute an. Wir stellen den  Leuchtturm „Ulla“ auch für Hochzeiten,  Konfirmationen und andere Feiern zur Verfügung.

Durch die Geschichte hindurch wurden über 200 Leuchtturmstationen in Norwegen gebaut, aber es waren nie mehr als rund 150 gleichzeitig in Betrieb. Einige wurden wieder abgerissen, bei vielen wurde das ursprüngliche Leuchtturmlicht mit einem kleineren Licht ausgewechselt. Die technologische Entwicklung brachte auch Einsparungen beim Personal. 2001 bestimmte die Regierung die letzten 31 Leuchttürme mit Personal zu schließen,  2006 verließ der letzte Leuchtturmwärter  seinen Arbeitsplatz.
Die norwegische Küstenbehörde sind die Eigentümer der meisten Leuchttürme entlang der Küste. Die Jahre hindurch wurden einige davon verkauft. 2006 wurde beschlossen, die Verkäufe einzustellen, aber gleichzeitig beschloss die Behörde, die Leuchttürme zu vermieten, um diese einzigartigen Kulturgüter für das Publikum zugänglich zu machen. Die Küstenbehörde steht im engen Kontakt mit den Kommunen, um die Mieter auszuwählen.   Viele Mieter sind freiwillige Organisationen, die einen großen Einsatz leisten, um der Öffentlichkeit diese speziellen Orte zugänglich zu machen. Der Leuchtturm „Ulla“, ist einer von  114 Leuchttürmen entlang der norwegischen Küste,  die der Küstenbehörde unterstellt sind, davon stehen 83 unter Denkmalschutz.
Es sind nicht nur die Leuchttürme von Sunnmøre populär. Entlang der ganzen Küste erhalten die Leuchttürme,  die in Betrieb sind, Anfragen für Besichtigungen oder Übernachtungen. Besonders nahmen die Übernachtungen von ausländischen Touristen und Norwegern zu. Es gibt rund 60 Leuchttürme, die zum Übernachten einladen. Eine Nacht im Leuchtturm zu verbringen, ist mal etwas ganz anderes, viele wollen einfach nicht mehr in Standardhotels übernachten, der Trend geht zum Ausgefallenen, eben einem Leuchtturm, ein unvergessliches Erlebnis.

In diesen Leuchttürmen sind Übernachtungen  möglich:
Nord-Norge:

Vardø fyr (Vardø kommune), Bøkfjord (Sør-Varanger), Kjølnes (Berlevåg) und Slettnes (Gamvik) in der Finnmark. Torsvåg (Karlsøy) in Troms. Tranøy (Hamarøy), Litløy (Bø), Henningsvær (Vågan), Landegode (Bodø), Myken (Rødøy) und Ytterholmen (Herøy) in Nordland.

Trøndelag:

Grinna (Vikna) und Villa (Flatanger) im Norden. Asenvågsøya (Bjugn), Terningen (Hitra), Vingleia (Frøya), Kjeungskjær (Ørland) und Buholmråsa (Osen) im Süden.

Møre og Romsdal:

Flatflesa (Sandøy), Kvitholmen (Eide), Runde (Herøy), Ulla (Haram), Haugjegla (Smøla) und Molja/Ålesund havnefyr (Ålesund).

Sogn og Fjordane:

Kvannhovden (Flora), Stabben (Flora), Kråkenes (Vågsøy), Ulvesund (Vågsøy), Skongenes (Vågsøy), Utvær (Solund) und Geita (Askvoll).
Hordaland:

Hellisøy (Fedje), Holmengrå (Fedje), Marstein (Austevoll) und  Slåtterøy (Bømlo).
Rogaland:

Geitungen (Karmøy), Utsira (Utsira), Lille Prestskjær (Sokndal), Feistein (Klepp), Vikeholmen (Karmøy) und Obrestad (Hå).

Sørlandet:

Lindesnes (Lindesnes), Songvår (Søgne), Hatholmen (Mandal), Ryvingen (Mandal) und  Grønningen (Kristiansand) in Vest-Agder. Store Torungen (Arendal), Lyngør (Tvedestrand), Homborsund (Grimstad) und Saltholmen (Lillesand) in Aust-Agder. Langøytangen (Bamble) in Telemark.

Oslofjorden:

Svenner (Larvik) und Fulehuk (Nøtterøy) inVestfold. Fyrsteilene (Nesodden) in Akershus. Homlungen (Hvaler), Guldholmen (Moss), Struten (Fredrikstad) og Strømtangen (Fredrikstad) in Østfold.
Quelle: www.fyr.no.
NRK

Beitragsbild: Leuchtturm „Ulla“, (Flickr Narves)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.