Veröffentlicht in Allgemein, Ge(er)lesenes aus Norwegen

11.001 Orte in Norwegen, die „Solbakken“ heißen

Der norwegischer Dichter, Literaturnobelpreisträger und Politiker, Bjørnstjerne Bjørnson, ahnte wohl nicht, dass er mit seinem Debutroman die norwegische Landkarte total verändern würde. Das Liebesdrama um Synnøve und Torbjørn machte „Solbakken“ zum beliebtesten Ortsnamen. (s.o. der Ort „Solbakken“)

Flickr Truus Bob & og Jan Tore

Die Liebesgeschichte von Synnøve Solbakken und Torbjørn Granlien, die Bjørnson 1857 schrieb,  handelte vom Bauernleben und dem Klassenunterschied,  von der Schattenseiten  in Granlien und dem besseren Leben in Solbakken .
Vor der Herausgabe des Romans war nur ein Ort mit diesem Namen registriert, nämlich der Hof „Soelback“» in Hemnes in Nordland.
Bjørnson ritt auf der Welle der Nationalromantik. Norwegen war unter  der Herrschaft Dänemarks gewesen. Viele Familien lebten unter armen Verhältnissen als sogenannte Häusler, Kleinbauern mit wenig gepachteten Land. Die Mechansierung der Landwirtschaft verminderte den Bedarf an Arbeitern auf den Höfen  und um 1860 konnten die Häusler ihr  gepachtetes Land kaufen.
In dieser Periode fand Norwegen  seine Identität und die Bauern wurden besonders hervorgehoben. Sie hatten die norwegische Kultur weitergeführt unter der dunklen dänischen Herrschaft. Die früheren Pächter wählten schöne, freundliche Namen für das gekaufte Land, um den Abstand der abfälligen Namen des früher gepachteten Lands wie Pisserud oder Møkkarud (Møkk/Mist, Pisse/Pisse) zu markieren. Das echte Norwegische, wie Fjorde, Gebirge und Bauernhochzeiten prägten die Literatur und Kunst um 1800 – die Nationalromantik fegte über das Land.
Bergli, Skogly und Fagerheim sind Beispiele von anderen aus diesen Zeit populären und ansprechenden Namen und auch die von der altnordischen Mythologie wie Heimdal, Breidablik, Trudvang und Gimle wurden verwendet. Aber Bjørnsons ‚Solbakken‘ übertraf sie alle. Tausende von Norweger nannten ihre neuen Höfe,  Häuser und Villen nach dem Wohnort in Bjørnsons Debutroman.

Die Geschwister Stig Solbakken, Bente Solbakken Gjetle, Oddvar Solbakken und Rune Solbakken tragen ihren Nachnamen nach dem Namen dem Hof  ‚Solbakken‘, den der Urgroßvater, Sivert Gullaksen, 1884 so nannte, so wie die gleichnamigen   11.001 Orte in Norwegen.
„Wenn die Sonne in Bergen scheint, ist immer Sonne in Solbakken „, sagte Rune Solbakken. Genau wie auf Solbakken in Bjøernstjerne Bjørnsos Roman. In dem üppig wuchernden Garten, zwischen den Villen im Ytre-Sandviken, lag einmal Urgroßvaters kleiner Bauernhof, den er für 1600 Kronen kaufte.
„Hier aßen wir Blaubeeren, Pfannenkuchen  und veranstalteten Teeparties!“, sagte Stig
„Wir pflückten massenweise rote Johannisbeeren!“, erzählte Bente.
Schöne Kindheitserinnerungen kamen auf. Stig erinnerte sich, wie haarig Stachelbeeren waren.

In Ytre-Sandvikken fanden die Geschwister einen Schatz in den Wänden beim Abriss des alten Hauses. Einen Brief von 1913.  Bjørnstjerne Bjørnson hätte er bestimmt gefallen. Er erzählt von dem schönen Leben in Solbakken. Von Sommerabenden, junger Liebe und Küssen von einem Gentleman…..

„Gestern hatten wir schönes Wetter. Die Elfen spielten im Gebirge und mein Geliebter und ich so verliebt bis zum Umfallen,
wir rauchten Zigaretten, wie es alle modernen Leute machten…
Hochachtungsvoll
Jenny Gullaksen Solbakken, 7. Juni 1913“ (Auszug aus dem Brief)

Solbakken ist einer der gebräuchlichsten  Namen beim Privateigentum in Norwegen. Heute findet man Solbakken in allen Regierungsbezirken in Norwegen,  die meisten im Hordaland.
2605 Norweger haben den Nachnamen Solbakken, 14 von ihnen heißen auch mit Vornamen Synnøve.  Als eine erdachte Person in Bjørnstjerne Bjørnson Roman, bekam  Synnøve Solbakken richtig viele Nachkommen .

Quelle: NRK

Beitragsbild: (Flickr Roar Kruse)

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