Veröffentlicht in Allgemein, Ge(er)lesenes aus Norwegen

Rekorde und Jahrestage beim norwegischen Wetter – Eine Wetterstation wird 140

Die Wetterstation in Karasjok ist einer der wichtigsten Stationen des Norwegischen Meteorologischen Instituts. Sie hat eine Datenaufzeichnung bis ins Jahr 1876 zurück und liegt weit oben im hohen Norden Norwegens. Mit einer Statistik über die Klimaentwicklung in Karasjok sind die Klimaveränderungen über 140 Jahre  illustriert. Die Daten von dort werden nicht nur in Norwegen genutzt, sie sind für die ganze Welt von hohem Wert.

Karasjoks Wetterstation hat die niedrigsten Temperaturen in 7 von 12 Monaten in Norwegen gemessen
Januar: –51,4 Celsius, gemessen am 1. Januar 1886.
Februar: –50, 6 Celsius, gemessen am 4. Februar 1881
März: –45,8 Celsius, gemessen am 4. März 1888
April: –36,5 Celsius, gemessen am 9. April 1924
August: –9,3 Celsius, gemessen am 29.  August 1948
November: –41,8 Celsius, gemessen am 28. November 1904
Dezember: –51,3 Celsius, gemessen am 31. Dezember 1885
Die Karasjok Kommune hatte auch für den Monat Mai einen Kälterekord zu vermelden. Am 1. Mai 1971 wurden in Čoavddatmohkki – 25,0 Grad Celsius gemessen.
Das Jubiläum der Wetterstation wurde mit der Eröffnung der Ausstellung „Værstasjonen 97251 Karasjok – Márkannjárga, 140 år“ am 24.10. 2016 im Museum „RiddoDuottarMuseat – samiske museer“ in der Westfinnmark  zusammen mit dem norwegischen Meteorologischen Institut gefeiert
Kälterekord vor 130 Jahren
Karasjok ist zweifellos der kälteste Ort in Norwegen. Der geltende Kälterekord wurde in Norwegen vor 130 Jahren am 1. Januar 1886 in Karasjok mit  – 51,4 Grad Celsius gemessen. Dieser Rekord wurde beinahe am 28. Januar 1999 übertroffen, aber dann stoppte das Thermometer bei – 51,2 Grad Celsius.

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Flickr, Aumund  Teigmo, Winter in Karasjok

Hier die Einzelheiten:

Im Laufe von ein paar Tagen erlebte die Finnmark im Januar 1999 einen Temperatursturz. Am 21. Januar 1999 zeigte die Messstation in Karasjok schlappe – 3,8 Grad Celsius. Ein Tag später waren es schon – 17,8 Grad Celsius. Danach sanken die Temperaturen jeden Tag um 9 Grad. Am 25. Januar lag das Quecksilber bei – 46,6 Grad Celsius.

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Flickr, qitsuk,Das Thermometer sank und sank.

– 46,6Grad Celsius ist sehr kalt. Die Gefahr zu erfrieren ist extrem. Unter diesen Verhältnissen verkleben  sich die Nasenlöcher, damit wird es schwierig durch die Nase zu atmen. Schal und Pelzkanten frieren zu Eis. Freie Haut muss abgedeckt werden, um Frostschäden zu vermeiden. Die Gefahr durch Unterkühlung des Körpers, bewusstlos zu werden oder gar zu sterben, wenn man sich nicht an  die Verhaltensregeln hält, – 46,6 Grad Celsius bedeutet den Tod.

Aber es sollte noch kälter als – 46,6 Grad Celsius werden.

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Flickr, qitsuk, Winter in Karasjok, Nordlichter sind keine Seltenheit

Am 26. Januar war die Temperatur weiter um 1 Grad gesunken. Am 27. Januar registrierte met.no’s Wetterstation in Karasjok unglaubliche – 50,2 Grad Celsius. Die Einwohner von Kautokeino wollten im Wettstreit der Temperaturen sich nicht ergeben und prahlten an diesem Tag mit ihren Minusgraden. Zu diesem Zeitpunkt führte Kautokeino das Rennen mit unglaublichen -50,3 Grad Celsius.

Karasjok gewann. Am 28. Januar 1999 blieb das Quecksilber bei – 51,2 Grad Celsius stehen. Das war die niedrigste Temperatur, die jemals in Norwegen gemessen wurde. Nur vorher war es noch kälter: am 1. Januar 1886 lag die Minimumtemperatur in Karasjok bei – 51,4 Grad Celsius. So kalt war es glücklicherweise nie mehr in Norwegen gewesen, vielleicht davor, nicht seit dem 1. Januar 1886.

In Karasjok waren auf jeden Fall drei Tage von über – 50 Grad Celsius im Januar 1999. Kautokeino musste sich mit dem einen Tag von – 50 Grad Celsius zufrieden geben.

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Flickr,Sotta Scatto – Der Tag in Karasjok, heller wird es nicht.

Hätte es noch kälter werden können? Die Kälte hängt von der Temperatur, dem Wind und der Luftfeuchtigkeit ab. Ob es gut war, dass an diesen Tagen kein Wind war?

„Im Gegenteil“, meint Stein Kristiansen von der Klimadivision, „normalerweise wirkt Wind noch verstärkender bei niedrigen Temperaturen. Aber wenn die Kälte so extrem ist, wie damals, hätte ein wenig Wind Bewegung geschaffen und die Temperaturen wären nie so tief wie in diesen Januartagen 1999 gesunken!“
Quelle: NRK
(Fortsetzung folgt)

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